„Wir müssen wohnen lernen!“ – Zum Zeigen des Wohnens auf Bau-Ausstellungen zu Beginn des 20. Jahrhunderts

Theres Rohde

Theres Rohde untersucht in ihrer Dissertation die Inszenierung des Wohnens in Bauausstellungen und geschmacksbildenden Schriften des frühen 20. Jahrhunderts – ein Vorhaben, das sie als einen gescheiterten Versuch beschreibt. Die Praxis des Zeigens ringt nämlich dem Wohnen das Gewohnheitsmäßige ab und stellt seine Selbstverständlichkeit in Frage. Mit der Funktion, Hygienebelehrungen zu erteilen und ein Vorbild für den guten Geschmack zu sein, löst sich das Ausstellungsvorhaben vom Wohnbedürfnis. Dem Publikum wird eine externe Position zugewiesen, wodurch einen Modus der Darstellung offenbart wird, der gerade das zu boykottieren scheint, was anfänglich intendiert wurde, nämlich das Wohnen zu zeigen.