Überschwemmt von Geschlechtshormonen

Zur Geschichte des endokrinologischen Modells der Schwangerschaft

Lisa Malich beschreibt das Schwangerschafts-Verständnis von Ratgebern und ähnlicher Literatur als ein endokrinologisches Modell. Das schwangere Körper ist demnach als ein von Hormonen gesteuerter konzipiert und nimmt dabei latent pathologische Züge an. Überraschend ist, dass endokrinologische Erklärungen erst relativ spät, in den 1960er-Jahren, Einzug in die Diskursivierung von Schwangerschaft hielten. Malich begründet dies mit medizinischen Materialitäten und Technologien.

Lisa Malich schließt derzeit ihre Dissertation zum Thema des Vortrages ab, in der sie eine historische Diskursanalyse betreibt und mit Harraway Schwangerschaft als materiell-semiotischen Akteur auffasst.

Der Vortrag fand im Rahmen der Ringvorlesung des Graduiertenkollegs »Geschlecht als Wissenskategorie«: »Geschlecht in Wissenskulturen. g_end_r*: Strategien der Textualisierung und Visualiserung von gender« statt.