Von Bienen und Menschen

Am Beispiel der Bienenhaltung wird das Mensch-Tier-Verhältnis in der Vormoderne unter ökonomischen Gesichtspunkten betrachtet. Die Biene ist dabei einerseits ein wirtschaftendes Subjekt, denn es produziert Honig und Wachs und es vermehrt sich. Andererseits ist es ein Objekt des Wirtschaftens des Menschen, denn dieser verwendet die Bienenprodukte und die Bienen zur eigenen Gewinnerzielung. Der Vortrag befasst sich damit, wie die Bienen ambivalent als Subjekte und Objekte des Wirtschaftens beschrieben werden. Besonderes Augenmerk liegt auf der Fürsorge des Imkers für seine Bienen. Diese Fürsorge werde im Gegenzug –so heißt es in den Quellen –durch besondere Anhänglichkeit der Bienen zu ihrem Imker auf sittlicher Ebene und durch fleißige Hingabe der Bienenprodukte auf ökonomischer Ebene belohnt. Es stellen sich Fragen danach, inwieweit Bienen verdinglicht werden und ob und wie sich die Sicht auf die Bienen im Laufe der Zeit verändert. Als Quellen dienen Ökonomiken (Hausväterliteratur, 16. -18. Jh.).

Der Vortrag ist Teil der Ringvorlesung “Tiere_Bilder_Ökonomien”, organisiert vom Arbeitskreis Chimaira.