Eigensinnige Geographien

Städtische Raumaneignungen als Ausdruck gesellschaftlicher Teilhabe

Die Herausgeber Bastian Lange und Malte Bermann besprechen in ihrer Buchpräsentation verschiedene soziologisch angelegte Milieustudien von Berlin. Ihr Ziel ist es, Empirie und Theorie in ein Verhältnis zu setzen und über die Beschreibung von Raumaneignungspraxen einen Beitrag zu deren Steuerung zu leisten. Planung und Governance – so die These der Autoren – scheitern nämlich häufig auf Grund von einem mangelnden Verständnis von »eigensinnigen Geographien«. Handle es sich um migrantische Händler, die ihre Translokalität als Handlungsressource nutzen, oder um Strategien prekär lebender Modedesignerinnen: In ihren Handlungslogiken lassen sich eigensinnige Formen städtischer Performanz erkennen, die als raumbezogener Ausdruck in Steuerungs- und Beteiligungsverfahren berücksichtigt werden müssen.