Der aristotelische Hexis-Begriff

Der bereits mit Mauss thematisierte Begriff der Habitualisierung wurde im letzten Teil des Workshops mit dem aristotelischen hexis-Begriff und dem von Pierre Bourdieu entwickelten Habitus-Konzept kritisch reflektiert und auf eine begriffliche Grundlage gestellt (Colin Guthrie King: „Der aristotelische hexis-Begriff”; Anna Echterhölter: „Feldhaftung. Bourdieus Habitus-Konzept und die Ordnung der Körper“). Während der hexis-Begriff im Rahmen der aristotelischen Tugendlehre als durch Erziehung und Gewöhnung angeeignete ‚Haltung‘ herausgestellt und mit dem endoxa-Begriff kontrastiert wurde, ließ sich mit Bourdieu ein Untersuchungsfeld ausweisen, in dem das Konzept des Habitus als Grundierung von ‚Wahrnehmungs-, Denk- und Handlungsweisen‘ wirksam ist, ohne in der sichtbaren Sphäre der Praktiken aufzugehen. Der Habitus stellt in diesem Sinne eine ‚zweite erlernte Natur‘ dar, die als organisierendes Prinzip dem Denken und Handeln zugrunde liegt.