Gründungsszenen soziologischer Theorie (Einleitung)

Einleitende Worte zu der von Henning Laux und Sina Farzin organisierten Arbeitstagung der Sektion Soziologische Theorie, die kurz auf Konzept und die eingegangenen Beiträge eingeht. Vorstellung der heuristischen Typologie verschiedener Theorieszenen nach 1) Realitätsbezug, der empirisch, normativ oder analytisch (ex post Einbindung die die Theorie wie in einem Beispiel) ausfallen kann; 2) nach Grad der Szenariserung und 3) nach Bezugspunkt der Gründung, wobei zwischen Szenen unterschieden wurde, die für einen Autor oder eine Theorie spezifisch sind oder solchen, die für eine Gesellschaftsformation oder eine Kontroverse in mehreren Theorien zum Tragen kommen.
Tagungsabstract: Soziologische Theorien entstehen nicht aufgrund abstrakter Modellierungsfragen, sondern nehmen ihren Ausgang von konkreten Problemlagen. Sie adressieren, beschreiben und inszenieren einen Ausschnitt der sozialen Welt, der ohne ihre Hilfe unsichtbar oder unverständlich bliebe. Im analytischen Zentrum vieler Theorien steht eine unverwechselbare »Gründungsszene«, ein reales Bezugsproblem, das die Theoriebildung motiviert, anleitet und erdet. Gründungsszenen sind also empirisch prägnante Miniaturen soziologisch virulenter Fragen und Phänomene. Die Arbeitstagung zielt auf die Markierung und Entfaltung solcher Schaltstellen und macht sie zum Ausgangspunkt einer interparadigmatischen Diskussion.