Hybride Sozialität

Wie Max Weber konstatierte, ist der Untersuchungsgegenstand der Soziologie nirgends binär oder schematisch verfasst: „Alle Arten von Übergängen sind hier wie sonst in der Realität die Regel.“ Was sich in seinen methodischen Zugriffen allerdings nicht auswirke. Anders bei Georg Simmel, dessen differenzierungstheoretischer Entwicklung der Beitrag Krons nachvollzieht und als Alternative anbietet. Aufgeworfen wird dabei die methodische Kernfrage in der Diskussion um Gründungsszenen, nämlich die nach der Entsprechung von soziologischen Theorien und historischen Vollzügen, zwischen Modell und Empirie.

Der Beitrag entstand im Rahmen der Tagung “Gründungsszenen soziologischer Theorie” die Sina Farzin und Henning Laux organisiert haben. Zur Tagung: Soziologische Theorien entstehen nicht aufgrund abstrakter Modellierungsfragen, sondern nehmen ihren Ausgang von konkreten Problemlagen. Sie adressieren, beschreiben und inszenieren einen Ausschnitt der sozialen Welt, der ohne ihre Hilfe unsichtbar oder unverständlich bliebe. Im analytischen Zentrum vieler Theorien steht eine unverwechselbare »Gründungsszene«, ein reales Bezugsproblem, das die Theoriebildung motiviert, anleitet und erdet. Gründungsszenen sind also empirisch prägnante Miniaturen soziologisch virulenter Fragen und Phänomene. Die Arbeitstagung zielt auf die Markierung und Entfaltung solcher Schaltstellen und macht sie zum Ausgangspunkt einer interparadigmatischen Diskussion.