Vertrag und Vertragstheorie

Aversionen und Annäherungen der frühen Marktsoziologie

Das Inputreferat verfolgt die Entwürfe der Börse und die Szene des Finanzmarktes bei Max Weber, Werner Sombart und Georg Simmel. Diese Komparatistik ermöglicht eine von Langenohl vorgeführte Nachverfolgung der Bedeutung von Sozialität, allen voran Normativität, in ökonomischen Settings. Das Konzept der „Gründungsszene“ kann somit nicht nur zur Bezeichnung der Kristallisationspunkte unterscheidbarer Theorieprogramme werden, sondern auch am Anfang einer neuen Auseinandersetzung stehen, wenn es nämlich so gewendet wird, dass Formen der Vertraglichkeit in den Blick geraten.

Zur Tagung: Soziologische Theorien entstehen nicht aufgrund abstrakter  Modellierungsfragen, sondern nehmen ihren Ausgang von konkreten Problemlagen. Sie adressieren, beschreiben und inszenieren einen Ausschnitt der sozialen Welt, der ohne ihre Hilfe unsichtbar oder unverständlich bliebe. Im analytischen Zentrum vieler Theorien steht eine unverwechselbare »Gründungsszene«, ein reales Bezugsproblem, das die Theoriebildung motiviert, anleitet und erdet. Gründungsszenen sind also empirisch prägnante Miniaturen soziologisch virulenter Fragen und Phänomene. Die Arbeitstagung zielt auf die Markierung und Entfaltung solcher Schaltstellen und macht sie zum Ausgangspunkt einer interparadigmatischen Diskussion.
Organisiert wurde die Arbeitstagung der Sektion „Theoretische Soziologie“ der DGS von Sina Farzin (Bremen) und Henning Laux (Jena).