„Das Totenschiff“

„Das Totenschiff“ (B. Traven 1926) erzählt Geschichten, besser noch als die Matrosen, die keine offiziellen Papiere habe und völlig abgearbeitet sind. Wie kann ein Schiff ein Geschichtenerzähler sein? Und wie steht es mit den massiven LKW-Reifen in „Lohn der Angst“? Leben die nicht auch? Sie füllen die Leinwand auf, kriechen nach vorne, lebendiger als ein Mensch. Und denken Sie schließlich an die surrende Substanz, die der Medizinmann ca. 1920 in Feuerland seinem eigenen Körper entnimmt, eine Substanz, die sehen, töten, heilen kann, und die mit großem Geschrei in beängstigender Geschwindigkeit in seinem Körper ein- und ausgeht: der Inbegriff des Werdens eines Lebewesens, das Ur-Beseelte.

Der Vortrag war Teil der Konferenz:

Animismus

Fr. 16.03.2012 | Sa. 17.3.2012
Ort: Haus der Kulturen der Welt, Berlin
Veranstalter: Irene Albers, Professorin für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaftund Romanische Philologie an der Freien Universität Berlin
Anselm Franke, Kurator der Ausstellung

Kategorische Trennungen zwischen subjektiver und objektiver Welt im imaginären und gesellschaftlichen Verfügungsraum der Moderne sind in den letzten Jahren in vielen Disziplinen in Bewegung geraten und haben nicht zuletzt zu einem neuen Interesse am Animismus geführt. Die Konferenz zur Ausstellung führt eine Vielzahl von aktuellen Perspektiven aus Ethnologie, Literaturwissenschaft, Kunst, Naturwissenschaften,Wissenschaftsgeschichte und Politik zusammen.