Was (ver)binden die Bonds?

Das Eigentum an der Zukunft und die Verantwortung für die Gegenwart

Schulden werden stets mit Schuld in Verbindung gebracht. Traditionell waren aber nicht die Schuldner/innen schuldig, sondern diejenigen, die einen Profit daraus ziehen, etwas zu verkaufen, was ihnen nicht gehört: Zeit. Heute hat sich die Lage verschoben und die Schuld wird nicht den Gläubiger/innen zugeschrieben, sondern denjenigen, die sich verschulden – vielleicht unverantwortlicherweise. Bonds operieren mit dem Faktor Zeit, genauer gesagt mit der Zukunft. Sie nutzen die Zukunft in der Gegenwart, in der Hoffnung, eine reichere Zukunft zu generieren, die es ermöglicht, die Schulden zurückzuzahlen. Das Problem dabei – wie die Finanzkrise gezeigt hat – ist der Zirkelschluss. Wenn wir die Zukunft verplanen, verfügen wir über etwas, das zwar noch nicht existiert, aber von unserem gegenwärtigen Verhalten abhängt; dieses weicht oft genug von  unseren Erwartungen und Berechnungen ab.

Festvortrag im Rahmen der von Thomas Macho und Irini Athanassakis veranstalteten Tagung: BONDS: SCHULD, SCHULDEN UND ANDERE VERBINDLICHKEITEN