Für eine Ökologie des Unsichtbaren

Tobie Nathan

Seit man von den „Unsichtbaren“ spricht – von Zar, Dschinn, Afritt, Melk –, die sich in Äthiopien, Jemen, Somalia, Arabien, im Maghreb, in Indien und Pakistan wie auch in den Migrationsländern des Westens die Welt mit den Menschen teilen, sucht man nach psychologischen Erklärungen für das Phänomen. Wenn wir uns mit den Ideen, Theorien und Ordnungen auseinandersetzten, die die Existenz dieser Wesen impliziert, würden wir erkennen, dass sie ein Bild des „Anderen“ zeichnen, der nicht unseresgleichen ist. Uns würde deutlich, dass sie am Ursprung wahrer Regeln der Gastfreundschaft stehen.

Der Vortrag war Teil der Konferenz:

Animismus

Fr. 16.03.2012 | Sa. 17.3.2012
Ort: Haus der Kulturen der Welt, Berlin
Veranstalter: Irene Albers, Professorin für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaftund Romanische Philologie an der Freien Universität Berlin
Anselm Franke, Kurator der Ausstellung

Kategorische Trennungen zwischen subjektiver und objektiver Welt im imaginären und gesellschaftlichen Verfügungsraum der Moderne sind in den letzten Jahren in vielen Disziplinen in Bewegung geraten und haben nicht zuletzt zu einem neuen Interesse am Animismus geführt. Die Konferenz zur Ausstellung führt eine Vielzahl von aktuellen Perspektiven aus Ethnologie, Literaturwissenschaft, Kunst, Naturwissenschaften,Wissenschaftsgeschichte und Politik zusammen.