Sentimental Globalism. The affective Politics of Live Aid and Ethiopia, 1984-85

Cheryl Lousley (Rachel Carson Center)

Ein hartes Bild von den medialen Stereotypen in Katastrophenfällen zeichnete die kanadische Umwelthistorikerin Cheryl Lousley (Environmental Studies / Rachel Carson Center München). Mit dem Vortrag „Sentimental Globalism. The Affective Politics of Live Aid and Ethiopia” entwarf sie ein detailreiches Bild der Spendenkulturen und Spendergruppen, die sich vor allem in Großbritannien durch die Initiative Live Aid gegen die Hungerkatastrophe von 1984 wendeten. Mithilfe des Genres des Melodramas und der von Marcel Mauss untersuchten Formen und Funktionen der Gabe machte sie in derartigen Spenden- und Gabekulturen global-sentimentale Häuslichkeitsfiktionen ausfindig, die ökonomische Ungleichheiten und soziale Konflikte verschleiern und vor allem die Katastrophe selbst mitsamt ihren zumeist langwierigen Folgeerscheinungen marginalisieren.